Recycling fossiler Kunststoffe oder Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen?
Aufgrund eines teilweise verantwortungslosen Umgangs mit Kunststoffprodukten wird heutzutage nach allgemeiner Auffassung der Ruf nach der Gewinnung von Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen immer lauter. Kunststoffe die aus fossilen Rohstoffen gewonnen werden, sollen idealerweise durch Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen oder sogar durch biologisch abbaubare Kunststoffe substituiert werden.
Dieser zur Schonung der Umwelt durchaus naheliegende Ansatz ist bei näherer Betrachtung allerdings gar nicht so umweltfreundlich wie es auf den ersten Blick scheint. Das liegt insbesondere daran, dass Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen massiv in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen und dazu gleichzeitig erhebliche Flächen der heute noch unberührten Natur gefährden.
- Um Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen produzieren zu können, werden "im Namen des Umweltschutzes" vorhandene Nahrungsmittel-Anbaugebiete
umfunktioniert, damit energiespendende Pflanzen wie Zuckerrohr, Mais und Palmöl etc. angepflanzt werden können. Die bislang auf den Feldern gewonnenen Nahrungsmittel
stehen dann jedoch nicht mehr für die menschliche Ernährung zur Verfügung. In vielen ärmeren Ländern führt die Nahrungsmittelknappheit bereits heute zu Hungersnöten
und in deren Folge zu sozialen Unruhen. Während wir uns in den industrialisierten Ländern zu einem gewissen Grad steigende Lebensmittelpreise leisten können, führt
die aus dem Anbau von Energiepflanzen resultierende Verknappung von Ackerflächen zu einer weiteren Verschlechterung der ohnehin schlimmen Versorgungssituation in
den Entwicklungsländern. Dieses Szenario gewinnt durch die immer stärker wachsende Weltbevölkerung und die gleichzeitig angestrebte Produktion von Treibstoffen
(E 10 Benzin) aus nachwachsenden Rohstoffen noch zusätzliche Relevanz.
- Als Alternative für die Umfunktionierung bestehender Ackerflächen für den Energiepflanzen-Anbau bleibt nur die weitere Zerstörung von heute noch unberührter Natur (z.B. durch die Abholzung von Wäldern oder die Verlandung von See- und Sumpfgebieten) und der verstärkte Einsatz von genmanipulierten Rohstoffen. Für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen werden gigantische zusätzliche Ackerflächen benötigt, damit der große Bedarf an Kunst- und Treibstoffen gedeckt werden kann. Dabei muss bedacht werden, dass anschließend auch auf diesen neu gewonnen Flächen zusätzlich Düngemittel und Pestizide eingesetzt werden und Monokulturen entstehen, die "im Namen des Umweltschutzes" mittelfristig zu einer weiteren - noch stärkeren - Zerstörung der Umwelt führen.
Unter den zuvor beschriebenen Umständen erscheint der Einsatz von Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen insgesamt fragwürdig.
RECYCLING ist die bessere Alternative!
Kunststoffe sind aufgrund ihrer Vorteile nicht mehr aus dem heutigen Leben wegzudenken. Generell muss jedoch jeder Einzelne (Produzent, Endverbraucher sowie der Recycler) verantwortlich mit Kunststoffprodukten aus fossilen Rohstoffen umgehen.
Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile erscheint das Recycling von Kunststoff aus fossilen Rohstoffen die bessere Alternative für einen nachhaltigen Umweltschutz zu sein.



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